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BDK-Kongress Young Orthodontists: Mit neuem Konzept ins neue Jahr

Presseinformation des BDK / Berufsverband der Deutschen Kieferorthopäden vom 6. Februar 2015

BDK-Kongress Young Orthodontists
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Mit neuem Konzept ins neue Jahr


Mit einem deutlichen Kraftakt hat der BDK/Berufsverband der Deutschen Kieferorthopäden im vergangenen Jahr die Schwerpunktthemen der jungen Generation aufgegriffen und nicht zuletzt in gleich drei ausführlichen Veranstaltungen dargestellt – neben dem traditionellen jährlichen Kongress zum Jahresende auch in zwei speziellen „Themen-Tagen“, die sich einem besonderen Fokus gewidmet hatten, unter anderem dem Aspekt „Team“: Wo finde ich Mitarbeiter, wie gewinne ich sie für die Praxis – und wie halte ich sie? Für das aktuelle Jahr 2015 wurde das Ratgeber-Programm für die jungen Kieferorthopädinnen und Kieferorthopäden neu aufgestellt: „Wir haben in den letzten beiden Jahren vermutlich fast alle jungen Kolleginnen und Kollegen erreicht, die derzeit in der Weiterbildung sind oder sich kürzlich niedergelassen haben“, sagt Dr. Gundi Mindermann, 1. Bundesvorsitzende des BDK. „Einige unserer Teilnehmer sind längst ‚Stammgäste’, und sie sind mittlerweile bestens gerüstet. Nun bauen wir darauf auf und konzentrieren unsere Veranstaltungsreihe in diesem Jahr auf den Kongress. Hier werden wir nicht nur die Alltagsthemen rund um Praxis-Start und -Management vermitteln, sondern auch Aspekte zum politischen und gesellschaftlichen Umfeld, also zu den Rahmenbedingungen. Das Unternehmen ‚Kieferorthopädie-Praxis’ hat mit schwerem Seegang zu kämpfen – hier werden erfahrene Kollegen vermitteln, wie man diesen am besten bewältigt.“

Einige dieser aktuellen Themen ergaben sich bereits beim zurückliegenden Kongress am 21. und 22. November in Frankfurt, nicht zuletzt beim Schwerpunkt-Thema „Wahl des richtigen Standorts“. Wie sehr sich die Rahmenbedingungen verändert haben, berichtete nicht nur Moderator Dr. Stefan Schmidt/Kassel aus seinem eigenen Bereich: Besonders deutlich wurde dies beim Vergleich der beiden Erfahrungsberichte von Dr. Ortrun Rupprecht-Möchel/Schrobenhausen („Wo man arbeitet, muss man sich wohlfühlen!“) im Workshop „Standortwahl“ und demjenigen von Dr. Mareike Gedigk/Düsseldorf, die sich erst kürzlich niederließ, unterstützt und begleitet von Gründungsberaterin Nadja Alin Jung/Frankfurt. Anforderungen und Herausforderungen sind erheblich gestiegen, die potentiellen wirtschaftlichen Ergebnisse dagegen eher gesunken, und während „Marketing“ in den Anfangsjahren bei Dr. Rupprecht-Möchel eine unbekannte Formulierung war, gehören entsprechende Konzepte heute zur anstehenden Niederlassung unweigerlich dazu. Dr. Gedigk und Nadja Alin Jung nahmen die Kongressteilnehmer mit von der ersten Überlegung über die Standortsuche über das vorausgeplante Praxiswachstum bis zum passgenauem Marketing. „Ich habe unter anderem die Stadt gefragt, wo neu gebaut wird“, sagte die Kieferorthopädin, „und entsprechend die Immobilienseiten beobachtet. Aber ob dann tatsächlich Familien mit Kindern hinziehen, ob tatsächlich genügend Patienten kommen – das kann man kaum planen.“ Auch die Umbaumaßnahmen der übernommenen Praxis wurden Schritt für Schritt vorgestellt als Hinweis,
welche Anforderungen heute gelten. Dr. Gedigk: „Ich wollte erst einmal mit zwei Zimmern starten – aber alles war so angelegt, dass die Praxis wachsen kann.“ Bei der Entwicklung hat sich die Begleitung durch die Gründungsberaterin als hilfreich gezeigt, nicht zuletzt, um einen fundierten Diskussionspartner zu haben, der nicht eigene Interessen vertritt. „Viele wissen nicht“, so Jung, „dass es für Beratung Förderzuschüsse gibt, manche sind sogar nicht rückzahlungspflichtig. Auch für so etwas bin ich da. Gerade am Anfang muss man ja auch jeden Euro achten.“ Und wie findet man ein stimmiges Praxis-Logo? „Sammelt alles, was euch gefällt“, empfahl Dr. Gedigk, „es kann sonst zeitaufwändig werden, bis es genau passt.“ Wie sich Marketing unter rechtlichen Bedingungen darstellt, rundete den spannenden Werdegang ab.

Daran schlossen sich Empfehlungen aus Steuerberatersicht an (Bedeutung von Kennzahlen und Liquidität/Chris Kramer) und Erfahrungen eines niedergelassenen Kieferorthopäden mit den Anforderungen und Möglichkeiten einer „digitalen Praxis“: Fachzahnarzt Dr. Matthias Höschel/Düsseldorf berichtete über die Chancen, aber auch die Herausforderungen bei digitaler Dokumentation, Diagnostik, Fertigung von Apparaturen, Kommunikation und Rechnungslegung. Zu den Vorteilen gehöre: Heute habe man alle Daten in der Praxis und müsse, wie im Fall einer Wirtschaftlichkeitsprüfung, nicht mehr in den Keller. Aber: „Die digitale Zeit macht uns sehr transparent. Wir müssen gut überlegen, was wir selbst in die Karteikarte eintragen – und was unsere Mitarbeiter!“
Manche Vorträge führten auch zu herzhaften Diskussionen wie derjenige von Dr. Michael Visse/Lingen zur Patientenkommunikation, den Möglichkeiten der Online-Terminvergabe sowie wirtschaftlichem Denken – oder auch der Workshop von Dr. Dorothea Laupheimer/Laupheim zur digitalen Dokumentation in der KFO-Praxis: Die Debatte machte deutlich, dass sich die Philosophie rund um das Praxismanagement bei den eher älteren und jüngeren Fachzahnärzten manchmal doch deutlich unterschied. Man sehe sich als Partner der Patienten, denen man mit der eigenen Expertise helfen könne, so der Tenor bei den jüngeren Teilnehmern, sei begeistert vom Fach selbst und den Erfolgen bei den Patienten, da stehe die notwendige Bürokratie an der Seite, nicht aber im Fokus.
Zu den vielen hilfreichen Themen gehörten zudem der Aspekt „Übernahme oder Neugründung“ (Dr. Markus Madlener/ABZ München), die Übersicht über „rechtssichere Vereinbarungen“ (RA Stephan Gierthmühlen/Kiel) und vor allem die praxisnahen Tipps von Unternehmensberaterin Gertrud Hansel/Augsburg zu „zielgerichteter Kommunikation“ sowohl mit den Patienten als auch mit dem Praxisteam. In ergänzenden Workshops zu „Karteikartenlos in die Zukunft“ (Michael Burmeister/Elmshorn) und  „Arbeitsverträgen, Kündigungsschutz und Verschwiegenheit“ mit Empfehlungen für Arbeitgeber (RA Arne Bruns/Kiel) endeten zwei prall volle Kongresstage, die in den Pausen zu vielen lebendigen Diskussionen untereinander, aber auch mit den Referenten führten. „Die Young Orthodontists-Kongresse sind ein Herzstück unserer BDK-Arbeit“, so Dr. Mindermann, „wir geben nicht nur weiter, sondern bekommen auch enorm viel Rückmeldung, was unsere kommende Generation bewegt. Das wirkt sich auch auf unsere politische Arbeit aus!“

Infos: www.young-orthodontists.de

BU-Vorschlag: Manches schien wie aus einer anderen Welt: IKG-Vorsitzende Dr. Ortrun Rupprecht-Möchel begrüßte die Teilnehmer nicht nur im Namen des BDK, sondern berichtete auch aus der Zeit ihrer eigenen Niederlassung in eher ländlicher Region. „Marketing“ war zu jener Zeit unbekannt.


Für Rückfragen: Dr. Gundi Mindermann (1. Bundesvorsitzende des BDK) ber Pressestelle: Birgit Dohlus/dental relations, Tel: 030 / 3082 4682, eMail: info@zahndienst.de

 

 
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