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Grenzfälle in der Erwachsenen-Kieferorthopädie: Entscheidungshilfen werden wichtiger

Presseinformation der Initiative Kiefergesundheit/IKG und des BDK / Berufsverband der Deutschen Kieferorthopäden vom 20. März 2013
 
Grenzfälle in der Erwachsenen-Kieferorthopädie:
Entscheidungshilfen werden wichtiger
 
Die Erwachsenen-Kieferorthopädie hat eine bemerkenswerte Entwicklung genommen: Mittlerweile gibt es kaum noch ein zahnmedizinisches Gebiet, das bei wissenschaftlichen Kongressen nicht auf interdisziplinäre Konzepte in Verbindung mit kieferorthopädischen Verfahren verweist. „Diese fast schon rasant zu nennende Entwicklung in den letzten Jahren ist eine eindrucksvolle Anerkennung der Leistungsfähigkeit unseres Faches“, sagt Dr. Gundi Mindermann, stellvertretende Vorsitzende der Initiative Kiefergesundheit (IKG) und Bundesvorsitzende des Berufsverbandes der Deutschen Kieferorthopäden (BDK) „Andererseits ist das auch eine enorme Herausforderung. Die Möglichkeiten der modernen Kieferorthopädie dürfen nicht nur Kongress-Thema sein, sondern gehören in den Alltag unserer Fachzahnarzt-Praxen. Der Anspruch an uns ist hoch – wir sind aufgerufen, uns dem mit Qualität zu stellen. Und uns fortzubilden, gerade bei den Schnittstellen-Themen, die im Zuge der demografischen Entwicklung die Zukunft unseres Faches entscheidend mitbestimmen.“ Gerade dort, wo verschiedene Verfahren zu einem gemeinsamen Erfolg führen können oder sollen, zeigten sich aber auch Situationen, die besonderer Aufmerksamkeit bedürfen: „Hier stehen wir öfter vor einem Grenzfall und müssen entscheiden, ob die Kieferorthopädie oder ein anderes Verfahren erfolgversprechender ist.“ Mit der Verbreitung interdisziplinärer Konzepte in der Erwachsenenkieferorthopädie steige die Anzahl solcher Situationen, die fundierte Entscheidungen verlangten.
 
„Entscheidungshilfen“ als Symposiums-Thema
Die Symposiums-Reihe „Prävention – Funktion – Ästhetik“ von IKG und BDK unter Leitung von Prof. Dr. Angelika Stellzig-Eisenhauer/Würzburg zeigt in diesem Jahr eine Vielzahl solcher praxisnaher „Grenzfälle“ und vermittelt Entscheidungshilfen aus Wissenschaft und Praxis.
Thematisiert wird am 15. Juni 2013 in Frankfurt die Behandlung von Patienten mit parodontal-geschädigtem Gebiss, diskutiert wird an anderen Fällen, wann Kieferorthopädie allein sinnvoll ist und wann zusätzlich kieferchirurgische Verfahren gebraucht werden, oder auch, bei welchen Ausgangslagen eine Extraktion notwenig ist und wann sie unterbleiben sollte. Ein immer wichtigeres Thema ist die Frage des Lückenschlusses: Wann ist eine implantatprothetische Lösung sinnvoll, und was könnte im Vergleich dazu ein kieferorthopädischer Lückenschluss leisten? Im Zuge der sehr präsenten Aligner-Verfahren stellt der Kongress auch die Frage: Wann im Gegensatz dazu sind eher Multibracketapparaturen angezeigt? Hinzu kommen weitere Themen, die speziell auf die kieferorthopädische Praxis ausgerichtet sind.
„Wir können dieses Symposium unseren Kollegen wirklich nur ans Herz legen“, sagt Dr. Mindermann, „denn wir haben die Themen nicht zuletzt deshalb so gewählt, weil auch die Forensik eine wachsende Rolle in den kieferorthopädischen Praxen, gerade auch bei Schnittstellen-Therapien spielt. Die orale Situation unserer Patienten ist nicht immer eindeutig und erfordert bei Grenzfällen eine begründbare Entscheidung. Beispiele dafür stellen unsere renommierten Referenten vor – einschließlich rechtlicher Aspekte. IKG und BDK haben sich für diese Reihe zusammengeschlossen, um die kieferorthopädischen Praxen auf dem Weg in die demografischen Veränderungen kontinuierlich zu begleiten und zu unterstützen.“
Infos und Anmeldung: www.pfa-kfo.de

 
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