Detail

BDK-Kongress für Starter in die kieferorthopädische Praxis: Parkplatz, Partner, Praxisserver

Presseinformation des BDK / Berufsverband der Deutschen Kieferorthopäden vom 14.2.2013
 
BDK-Kongress für Starter in die kieferorthopädische Praxis:
Parkplatz, Partner, Praxisserver

 
Das Programm, das der Berufsverband der Deutschen Kieferorthopäden/BDK bei seinem Niederlassungskongress für Starter in die kieferorthopädische Praxis Ende November 2012 in Berlin zusammengestellt hatte, wäre auch für erfahrene Praxisinhaber spannend gewesen. Die fast kochbuchartig vermittelten Empfehlungen reichten von Kennzahlen über Datenschutz und Praxismarketing bis zu vielfältigen juristischen Aspekten und endeten in einem Motivations-Feuerwerk zum Thema Effizienz. Vielleicht das Kernthema „Nummer 1“ für den künftigen Praxiserfolg: der Ort der Niederlassung. Was dabei bedacht werden muss, stellte Initiatorin Dr. Gundi Mindermann, 1. Bundesvorsitzende des BDK, in einer Präsentation zusammen und übermittelte Tipps, die auch für etablierte Praxen mit Umzugsüberlegungen interessant gewesen wären: „Natürlich muss man sich letztlich emotional entscheiden: In welcher Region möchte ich die nächsten Jahre leben? Aber beachten Sie dennoch auch die Zahlen, z.B. den demografischen Wandel: Informieren Sie sich, wie sich Ihre Wunschregion entwickelt. Wenn die Kinder bald fehlen, müssen Sie ein anderes Angebot aufbauen. Denken Sie an die wirtschaftliche Lage: Eine Praxis ,auf dem Land´ erfordert grundsätzlich andere Praxisstrukturen als eine Großstadtpraxis.“ Mit einem sinnvollen und individuellen Praxiskonzept könne man sich auch an bereits gut bedienten Standorten erfolgreich behaupten. Immer gut: ausreichend Parkplätze. Je nach Praxislage sei das Auto das Haupttransportmittel für Patienten, eine Praxis mit Parkplätzen habe einen dicken Sympathie-Bonus.
 
Seltenes Thema: Praxisserver
Ein eher selten bei Kongressen dargestelltes Thema ist die Datensicherheit in der Praxis – auch mit Blick auf den Server. Referent Michael Daletzki/Detmold, Sachverständiger für Informationstechnologien, stellte einen 10-Punkte-Plan für die sichere IT in der Praxis vor. Wiederholt riet er von Einfach- oder Billiglösungen ab: „Für Ihre Datenautobahn nehmen Sie bitte nicht irgendeinen Elektriker, sondern beziehen Sie einen zuverlässigen IT-Berater aus einem Systemhaus in Ihre Planungen mit ein. Das kann sehr viel Geld sparen!“ Qualität zahle sich auch beim Server aus: „Der Server ist das digitale Herz der Praxis, entscheiden Sie sich unbedingt für Markenware, und wenn sie beim Praxisstart zu teuer ist: Man kann sie auch leasen. Ein toller Server ist wichtiger als ein toller Rechner!“ Mit Praxis-WLAN solle man dagegen vorsichtig sein. Das sei für die Patienten reizvoll, öffne aber auch die Tür für „Spieler mit krimineller Energie!“ Andererseits ermögliche WLAN attraktive Patientenkommunikation per iPad: „WLAN hat auch Vorteile, nutzen Sie aber eine sichere Anlage!“ Webschutzprogramme für die heiklen medizinischen Daten seien ohnehin unabdingbar – und eine zuverlässige Datensicherung „die Lebensversicherung für die Praxis“. Michael Daletzki empfahl den Young Orthodontists, die Kriterien zum Umgang mit Daten und Internet mit dem Praxisteam zu besprechen und in einer „EDV-Vereinbarung“ festzuhalten, darunter den Umgang mit Privatmails in der Praxis.
 
Von den Risiken der Liebe
Für die jungen Kieferorthopäden besonders spannend war der juristische Vortrag von RA Arne Bruns, Kanzlei CausaConcilio/Kiel, der darlegte, wie sich Heirat, Scheidung, Zugewinnausgleich, Gütertrennung, Gütergemeinschaft und Unterhaltsrecht auf die Praxissituation auswirken – und welche Folgen eine unbedachte Ehe-/Praxis-Vertragsgestaltung haben kann. Man dürfe „vor Liebe nicht blind“ werden, meinte der Referent: Die Praxis sei ein Wirtschaftsunternehmen, eine Art Firma, die immer abgesichert sein müsse, weshalb eine fundierte Beratung und Vertragsgestaltung vor Eheschließung nicht „unromantisch“ sei, sondern zwingend. Auch bei einer sich ankündigenden Scheidung solle man nicht unbedacht seinen Emotionen nachgeben, denn je nach Situation könne die Zukunft der Praxis zur Disposition stehen. Unbedachte Formulierungen oder Aktionen könnten Schaden für alle Beteiligten anrichten, weshalb eine juristische Beratung zum Schutz der Praxis empfehlenswert sei.
 
Messen statt Handeln
Um eine andere Form der Beziehung ging es Referent Dr. Guido Sampermans/Heinsberg: die gute Beziehung der Praxismitarbeiter untereinander und die zu den Patienten. Er habe alle Fehler noch selbst machen müssen, berichtete Dr. Sampermans, das aber habe dazu geführt, dass er diese genau analysiert und die Ursachen optimiert habe. Entstanden ist daraus eine kaum zu überbietende Motivationsdynamik des Referenten mit Themen von Qualität bis Effizienz, verbunden mit Tipps von der Gestaltung der Eingangstür bis zur Privatsphäre in einem großen Behandlungsraum und der Sinnhaftigkeit eines „Elternparkplatzes“, einer Sitzgelegenheit an der Behandlungseinheit. Seine Empfehlung an die Young Orthodontists: Messen statt Handeln. „Wenn etwas schief läuft, ändern Sie das nicht einfach. Nutzen Sie das! Das sagt viel über Ihre Praxis aus! Messen Sie, was warum und wie etwas nicht rund läuft!“ Das Herzstück des Praxiserfolges sei allerdings: „Sie haben keine Patienten, Sie haben Gäste. Verinnerlichen Sie das. Und bringen Sie das Ihren Mitarbeitern bei!“

Dr. Gundi Mindermann fasste abschließend die vielfältigen Botschaften für die jungen Kolleginnen und Kollegen zusammen: „Sie haben gesehen: Sie haben große Chancen mit Ihrer Niederlassung. Es ist gut zu schaffen und Sie finden vielfältige Unterstützung. Trauen Sie sich!“
 

 
Seite drucken
Beitrag senden
Zurück