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5. Young Orthodontists Kongress 2012: Kieferorthopädie oft Mittlerin zwischen den Disziplinen

Presseinformation des BDK / Berufsverband der Deutschen Kieferorthopäden vom 23.1.2013

5. Young Orthodontists Kongress 2012:
Kieferorthopädie oft Mittlerin zwischen den Disziplinen
 
Wunschgemäß stand das Thema „Frontzahntrauma“ erneut als zentrales Fachthema im Programm des nunmehr 5. Kongresses „Young Orthodontists“ des BDK / Berufsverband der Deutschen Kieferorthopäden am 23. und 24. November 2012 in Köln. „Die Teilnehmer des letzten Kongresses haben das Thema vorgeschlagen“, sagte Dr. Gundi Mindermann, 1. Bundesvorsitzende des BDK, „und wir sind dem gern gefolgt, denn bei kaum einem anderen Thema wird unseren jungen Kolleginnen und Kollegen so eindringlich deutlich, welche Mittlerposition die Kieferorthopädie zwischen den chirurgischen und zahnmedizinischen Disziplinen einräumt – und das über alle Patientenaltersklassen hinweg.“ Referent war seinerseits ein „youngorthodontist“, der auch die entsprechende Arbeitsgruppe im BDK begleitet: PD Dr. Anton Demling/Uelzen und Medizinische Hochschule Hannover. Es wurde einerseits deutlich, dass ein Frontzahntrauma eine erhebliche Belastung für Körper und auch Seele des Patienten darstellt, andererseits aber auch, wie enorm sich die ZahnMedizin und die Kieferorthopädie in den letzten Jahren entwickelt haben. Dr. Mindermann zu einem Fallbild eines unfallgeschädigten jungen Mädchens: „Noch vor 20 Jahren wäre man mit so einem Gesicht für lange Zeit enormen emotionalen Belastungen ausgesetzt gewesen – heute können wir ganz andere Lösungen bieten.“ Referent PD Dr. Demling habe bei der Beschäftigung mit dem Thema viel von der Arbeit an der Klinik profitiert, wo es leicht gewesen sei, je nach Bedarf auf einen der Fachbereiche und dortige Expertise zurückgreifen zu können. Ein solches Netzwerk empfahl er auch seinen Kolleginnen und Kollegen im Auditorium, von denen einige schon niedergelassen waren, während die Mehrheit diesen Schritt noch vor sich hatte. Und ergänzte: „Ich habe meine Niederlassung nie bereut. Dabei wird einem allerdings auch deutlich, dass Mitarbeiterführung ein sich entwickelnder Prozess ist – aber keine Sorge: Das Personal formt sich mit der Zeit. Und denken Sie bei allem Einsatz für Ihre Praxis und aller Planung immer daran: Die Familie ist das Wichtigste im Leben. Vergessen Sie das nicht.“
 
Verschiedene Frakturbefunde – verschiedene Ansätze
Nach einem Unfall mit Frontzahntrauma-Folgen sei meist ein Kieferchirurg der erste Arzt, der den Patienten sieht. PD Dr. Demling erklärte, nach welchen Gesichtspunkten hier diagnostiziert und der Verletzte betrachtet wird – unter anderem seien viele medizinische Sturzkonsequenzen wie beispielsweise ein Schädelhirntrauma auszuschließen. Sollte ein verunfallter Patient zuerst eine kieferorthopädische Praxis aufsuchen, müssten solcherart Schädigungen geprüft und ausgeschlossen werden, das Zahntrauma stehe, abgesehen von einer Erstversorgung, möglicherweise nicht primär im relevanten Fokus. Auch eine vorliegende Tetanusprophylaxe müsse abgeklärt werden. Allerdings stelle gerade diese zahnärztliche bzw. kieferorthopädische Erstvorsorgung hohe Ansprüche an das Wissen und Können der Praxis: „Vor der Erstversorgung muss einem schon klar sein, wie die Versorgung weiterläuft, damit man sich seine eigenen Wege und Ziele nicht verbaut.“ Wie man solche Entscheidungen fällt, zeigte er an Beispielen verschiedener Traumata. So sei es oft sehr erfolgreich, abgebrochene Stellen am Zahn sofort wieder anzukleben: „Es sollten möglichst alle Einzelteile der Fraktur mitgebracht werden!“ Sie es zu einer Intrusion gekommen, müsse mit Wurzelschädigungen gerechnet werden, oft auch mit einer Pulpanekrose: „Hier ist eine enge Abstimmung mit einem Endodontologen nötig.“ An weiteren Beispielen machte er deutlich, welche Möglichkeiten jeweils die Kieferorthopädie hat, die Vorgehensweise der anderen Disziplinen zu unterstützen bzw. sie quasi dirigierend einzubeziehen in ein Gesamtkonzept zur Trauma-Therapie. Ein besonderes Anliegen des Referenten: „Suchen Sie sich einen Parodontalchirurgen für Ihr Netzwerk, der die Gingiva liebt – eine solche Expertise ist perfekt, aber Sie müssen suchen. Wirkliche Experten sind leider rar.“ Nicht zuletzt bei der Trauma-Therapie werde deutlich, so PD Dr. Demling, wo die moderne Kieferorthopädie stehe: „Wir sind zuallererst Ärzte, die die Gesamtgesundheit des Patienten im Blick haben.“
 
BU-Vorschlag: Ein Trauma erfordere meist sehr verschiedene Expertise und entsprechend ein profiliertes Netzwerk, wie PD Dr. Dr. Anton Demling auf eindrucksvolle Weise beim Young-Orthodontists-Kongress vermittelte.

Für Rückfragen:Dr. Gundi Mindermann (1. Bundesvorsitzende des BDK)
über Pressestelle: Birgit Dohlus/dental relations, Tel: 030 / 3082 4682 , eMail: info@zahndienst.de

 
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