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Presseinformation des BDK / Berufsverband der Deutschen Kieferorthopäden vom 11. Okt. 2012

5. Kongress „Young Orthodontists“:

„Drum prüfe, wer sich ewig bindet...“

 

Wenn die Gründung einer kieferorthopädischen Praxis bevorsteht oder in der noch jungen Praxis weitere Entscheidungen anstehen, sind viele Verträge zu schließen: Wo soll die Praxis sein bzw. lohnt sich ein Ausbau? Soll es eine Einzelpraxis werden - oder eine Berufsausübungsgemeinschaft? Und nicht zuletzt: Wo findet man eigentlich passende Mitarbeiter für Patientenversorgung und Verwaltung?

 

Solche und viele weitere Themen stehen auf dem dicht gepackten Zwei-Tages-Programm des jährlichen Kongresses „Young Orthodontists“, der diesmal am 23. und 24. November in Berlin stattfindet. Veranstalter ist der Berufsverband der Deutschen Kieferorthopäden/BDK. „Wir erleben bei jedem dieser Kongresse neu, dass zwar schon einiges an Grundwissen vorhanden ist“, sagt die 1. Bundesvorsitzende des BDK, Dr. Gundi Mindermann, „und wir sprechen den jungen Kolleginnen und Kollegen unsere Anerkennung dafür aus, dass sie sich heute schon frühzeitig vorinformieren. Andererseits führt das aber erfahrungsgemäß auch dazu, dass sich nun erst recht vertiefende Fragen ergeben, wie das, was man schon weiß, auch rechtssicher und sinnvoll umgesetzt werden kann. Genau hier setzt der Kongress an und schlüsselt alle praxisrelevanten Bausteine auf, garniert mit viel Alltagserfahrung der Referenten.“ Verbunden sind diese Praxismanagementaspekte wie immer mit einem fachlich-wissenschaftlichen Kernvortag, der sich in diesem Jahr bewusst erneut dem Thema „Frontzahntrauma“ widmet: „Sportunfälle beispielsweise nehmen erheblich zu“, sagt Dr. Mindermann, „die moderne Kieferorthopädie ist hier sowohl präventiv mit Sportmundschutz als auch in der Versorgung entstandener Schäden erheblich involviert – ein Aufgabengebiet, das vielen jungen Kieferorthopäden noch gar nicht richtig bewusst ist.“

 

Recht, Wirtschaft, Effizienz

Der Vortrag „Drum prüfe wer sich ewig bindet“ listet Stolperfallen auf, die bei Vertragsabschlüssen verschiedener Art im Hinblick auf familienrechtliche Belange entstehen können – und bietet Beispiele, wie man sie umgeht. Referent RA Arne Bruns ist wie sein Kollege RA Stephan Gierthmühlen, der sich ebenfalls den Verträgen der KFO-Praxis widmet, tief in der speziellen kieferorthopädischen Rechtssprechung verankert und steht im Diskussionsteil auch für eigene Fragen zur Verfügung, die die Vorträge möglicherweise nicht anschneiden. „Voll aus dem Leben“ mit allen Highlights und Frustmomenten im Alltag einer Erfolgspraxis wird der Beitrag von Dr. Guido Sampermans werden, der über die klassischen, insbesondere aber die neuen Herausforderungen an die kieferorthopädische Praxis berichten wird. Wie man an den betriebswirtschaftlichen Kennzahlen erkennt, ob man auf dem Weg zu einer solchen Erfolgspraxis oder eher in der anderen Richtung unterwegs ist, und auch, woran man möglichst schon vor Praxisgründung ablesen kann, ob der gewählte Standort Sinn macht und zum Praxisangebot passt, sind weitere Beispiele aus dem umfangreichen Programm.

 

„Und wo bitte finde ich mein Praxispersonal?“

Den Einstiegsvortrag am Samstag hält Dipl.-Psych. Dr. Olaf Ringelband, Gesellschaft für Management-Diagnostik, zu einem Thema, das weit oben auf der Wunschliste früherer Teilnehmer für diese Folgeveranstaltung stand: Wie findet man das richtige Team für sich? Der ausgewählte Referent kann hier viel eigene Erfahrung beisteuern, denn er beschäftigt sich seit 20 Jahren mit der Auswahl von Top-Managern und unterrichtet an der Universität Hamburg im Fachbereich Psychologie das Thema „Eignungsdiagnostik“. Zu den Stichworten seines Vortrags gehört, wo man heute am besten Suchanzeigen positioniert: Wie früher in der Tageszeitung? Das sei zumindest nicht ganz verkehrt, meint Dr. Ringelband, der im Vorfeld der Veranstaltung dazu befragt wurde. Wochenblätter seien oft preiswerter als die klassische Tageszeitung und erreichten viele Leser, aber auch die Tagespresse selbst sei als Vermittlungsbörse noch immer eine gute Wahl – trotz aller neuen Medien. Mittlerweile hätten sich viele Jobbörsen im Dentalbereich etabliert und würden gezielt von möglichen Praxismitarbeitern und -mitarbeiterinnen aufgesucht, die Zusammenarbeit hier sei also sehr empfehlenswert. Wer schon einen Schritt weiter ist, kann auch die eigene Praxis als sehr guten Multiplikator nutzen: Ein Aushang im Wartezimmer macht die Patienten zu persönlichen Nachrichtenverteilern, die auch gleich etwas über die Praxis erzählen können. Natürlich ist auch die eigene Website als „Aushängewand“ wichtig, insbesondere, um mögliche bereits auf anderen Wegen erreichte Team-Mitarbeiter noch weiter zu informieren und sich darzustellen.

 

Und nach welchen Kriterien soll man auswählen? Fachkompetenz – oder Bauchgefühl? Das kommt sehr darauf an, meint Dr. Ringelband, an welcher Stelle in der Praxis der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin eingesetzt werden soll. Geht es um die Unterstützung bei der Patientenbehandlung, sind andere Maßstäbe sinnvoll als beispielsweise im Management der Praxisorganisation. „Am wichtigsten sind aber generell Schlüsselqualifikationen wie Lernfähigkeit und –bereitschaft, Motivation sowie kognitive soziale Fähigkeiten“, sagt Dr. Ringelband, „alles andere kann man lernen.“ Wie man solche Schlüsselqualifikationen bei Bewerbern erkennt und wie man die Auswahl der Mitarbeiter erfolgsorientiert systematisiert, ist Teil des Vortrages, ebenso eine freundliche Warnung: „Das Bauchgefühl täuscht leider häufig, weil Wahrnehmung, Einschätzungsfehler und nicht zuletzt mögliche Identifikation (Beispiel: Bewerber hat das gleiche Hobby) die realistischen Kriterien überdecken können.“

 

Bei einer gemeinsamen Abendveranstaltung wird das inzwischen schon recht stabile BDK-Netzwerk junger Kieferorthopäden und Kieferorthopädinnen weiter Kontakte knüpfen und Erfahrungen austauschen. Dazu lädt auch der jüngst gestartete Facebook-Auftritt ein – nicht zuletzt mit dem Angebot einer sogenannten „geschlossenen Gruppe“, um dem Erfahrungsaustausch der jungen Kieferorthopäden und erfahrenen BDK-Mitglieder als Mentoren ein geschütztes Forum zu bieten.

 

Infos und Anmeldung zum 5. Kongress „Young Orthodontists“: www.young-orthodontists.de

 

 

 

Für Rückfragen:

Dr. Gundi Mindermann (1. Bundesvorsitzende des BDK) über Pressestelle: Birgit Dohlus/dental relations, Tel: 030 / 3082 4682 , eMail: info@zahndienst.de

 
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