Detail

Vertrag Zahnärzte-Kieferorthopäden-Logopäden: Ein Problem – eine Lösung: eine Replik auf Professor Hinz

Gemeinsame Presseinformation der Zahnärztekammer Niedersachsen und des BDK-Landesverbandes Niedersachsen / ausgewählte Redaktionen / vom 18. September 2012


Vertrag Zahnärzte-Kieferorthopäden-Logopäden:
Ein Problem – eine Lösung: eine Replik auf Professor Hinz

In einer ausführlichen Stellungnahme hat Prof. Dr. Rolf Hinz, Herausgeber der Deutschen Zahnarzt Woche (DZW) in der DZW-Ausgabe Woche 37 sehr kritisch Stellung bezogen zu der jüngst gemeinsam von Zahnärztekammer Niedersachsen (ZKN), Berufsverband der Deutschen Kieferorthopäden/Landesverband Niedersachsen (BDK) und Deutscher Bundesverband für Logopäden (dbl) verabschiedeten Kooperationsvereinbarung. Dies hat die beteiligten Organisationen nicht zuletzt deshalb verwundert, da die Vereinbarung bei einem Termin inhaltlich konkretisiert wurde, an dem Professor Hinz persönlich beteiligt war.

Anlass für die Kritik an der Kooperationsvereinbarung war, zusammengefasst, die Frage, ob die Verordnung einer konfektionierten Mundvorhofplatte durch Logopäden eine unerlaubte Ausübung zahnärztlicher Tätigkeit darstellt – oder nicht. „Aus Sicht der Zahnärztekammer ist dies zweifellos der Fall“, sagt dazu Dr. Michael Sereny, Präsident der ZKN, „anstatt einen Rechtsstreit zu führen, dass die Verordnung solcher Apparaturen nicht durch Logopäden erfolgen darf, haben wir uns mit allen Beteiligten zusammengesetzt und eine Lösung gefunden, die alle zufriedenstellt.“
Es wird von den Beteiligten nicht erwartet, dass damit die Verordnung solcher Apparaturen – merklich – zurückgeht, und auch die vermutete Einschränkung in der Wahl therapiebegleitender Hilfsmittel wird von den Kooperationspartnern nicht geteilt. Auch sehen die Kooperationspartner die gegenseitige Information und Therapieabsprache zwischen Zahnarzt/Kieferorthopäden und Logopäden nicht als zusätzliche Belastung für den Patienten an, wie es Professor Hinz erachtet, sondern im Gegenteil als notwendig und erstrebenswert. Dr. Sereny: „In Zeiten forcierter Bedeutung des Patientenschutzes und der Patientenrechte rechtfertigen Rechtssicherheit und interdisziplinäre Zusammenarbeit zum Wohle des Patienten den als solchen bezeichneten ‚überflüssigen Aktionismus’.“ Es sei zwar richtig, dass die bestehenden KZV-Richtlinien sich zu diesem Thema partiell anders darstellen, aber, so Dr. Sereny: „Meine bisherigen zahnärztlichen Erfahrungen haben mich gelehrt, dass die KZV-Richtlinien nicht zwingend den aktuellen Stand der Wissenschaft und noch weniger eine optimale Versorgung zum Inhalt haben.“ Der von Professor Hinz erhobenen Forderung nach mehr Prophylaxe stimmen dagegen alle Kooperationspartner uneingeschränkt zu – allerdings müsse diese Leistung auch honoriert werden. Dr. Sereny: „Ich schätze nicht nur die Lebensleistung von Professor Hinz für unseren Berufsstand, sondern auch seine Leistung als innovativer Unternehmer in Sachen kieferorthopädische Apparaturen. Um so mehr bedaure ich, dass wir diese Diskussion nicht gemeinsam am Tisch, sondern in der fachmedialen Öffentlichkeit führen müssen und ich hoffe, dass offensichtlich entstandene Missverständnisse hiermit ausgeräumt werden konnten.“


Ansprechpartner für die Fachmedien:
Für die ZKN: Dr. Michael Sereny
Für den BDK-Landesverband: Dr. Gundi Mindermann
Pressekontakt über: dental relations Birgit Dohlus / info@zahndienst.de

 
Seite drucken
Beitrag senden
Zurück