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Erwachsenen-Kieferorthopädie rund um „Trauma“ und neue Verfahren

Presseinformation der Initiative Kiefergesundheit/IKG und des BDK / Berufsverband der Deutschen Kieferorthopäden vom 5. April 2012
 
Programm fokussiert:
Erwachsenen-Kieferorthopädie rund um „Trauma“ und neue Verfahren
 
Das grundlegende Konzept des von der Initiative Kiefergesundheit (IKG) konzipierten und seitens des Berufsverbandes der Deutschen Kieferorthopäden (BDK) unterstützten 2. Symposiums zur kieferorthopädischen Erwachsenenbehandlung am 23. Juni 2012 in Köln hat für viel Interesse gesorgt: In diesem Jahr führen Möglichkeiten, Grenzen, vor allem aber Kompromiss-Behandlungen als roter Faden durch das Programm und liefern Entscheidungskriterien für die Praxis. Nun hat sich auch der fachliche Schwerpunkt fokussiert: „Der Blickpunkt liegt in diesem Jahr auf Trauma-Prophylaxe und -Therapie“, sagt Dr. Gundi Mindermann, stellvertretende Vorsitzende der IKG und BDK-Bundesvorsitzende, „denn wir sehen uns in den Praxen diesbezüglich erweiterten Anforderungen gegenüber, für die wir wissenschaftlich und praktisch fundierte Lösungen vorstellen. Wir Kieferorthopäden sind in mehr Bereichen denn je gefordert – und haben aufgrund unserer fundierten Ausbildung viele Möglichkeiten, hilfreich zu agieren. Was wir im Fall ‚Trauma’ leisten können, zeigen wir in Köln.“
 
Warum „Trauma“ ein großes Thema ist, beschreibt die wissenschaftliche Leiterin des Symposiums, Prof. Dr. Angelika Stellzig-Eisenhauer (Würzburg): „Etwa jeder Dritte erleidet im Laufe seines Lebens ein Zahn- bzw. Schädeltrauma. Dabei ist zu beobachten, dass Schädelverletzungen bei sportlichen Aktivitäten wie Fahrradfahren oder bei Trendsportarten wie Inlineskating deutlich zugenommen haben im Vergleich zu Gesichtsverletzungen bei Straßenverkehrsunfällen. Die Auswertung von 6 000 Patienten mit Gesichtstrauma ergab bei 33 Prozent der Patienten als Unfallursache eine sportliche Betätigung und bei nur zehn Prozent einen Verkehrsunfall.“ Hier spielt die Trauma-Prophylaxe eine gewichtige Rolle, die als Angebot mehr als bisher in die kieferorthopädische Praxis integriert werden sollte. Zudem gibt es neue Techniken, die die KFO-Praxis für Trauma-Prophylaxe prädestinieren: „Während ein Mundschutz bei Kontaktsportarten wie Boxen mittlerweile üblich ist, ist dies im Freizeitsport noch lange nicht der Fall, obwohl sich mit einem guten Mundschutz die meisten Unfallfolgen vermeiden oder zumindest abschwächen lassen. Prof. Jost-Brinkmann wird daher in seinem Vortrag einen speziellen Mundschutz vorstellen, der nicht nur Zähne, Weichteile, Knochen und Kiefergelenke schützt, sondern gleichzeitig kieferorthopädische Zahnbewegungen ermöglicht.“
 
Folgen von Stürzen und anderen Verletzungen sind häufig komplex, was ein interdisziplinäres und zeitlich abgestimmtes Management von Zahnverletzungen verlangt – ein Thema, dem sich Prof. Dr. Christoper Lux (Heidelberg) und Dr. Sandy van Teeseling (Amsterdam) widmen werden. Keineswegs allein Aufgabe für die Kieferchirurgie sind Kiefergelenkfortsatzfrakturen im Erwachsenenalter: Welche Aufgaben sich der kieferorthopädischen Praxis bieten, zeigt Professor Stellzig-Eisenhauer in ihrem Fachvortrag: „Im Erwachsenenalter ist die chirurgische Versorgung die Therapie der Wahl – aber nicht immer möglich. Je nach Frakturtyp kommt es sekundär zu einem ein- oder beidseits offenen Biss und einer Unterkieferrücklage mit Vergrößerung des Overjets. In meinem Vortrag werde ich ein Therapiekonzept mit kombiniert herausnehmbar-festsitzenden Geräten vorstellen und dessen Effizienz und Limitation diskutieren.“ Aber nicht nur komplexe Vorgehensweisen stehen auf dem Programm, sondern auch „Simple solutions for difficult problems“. Dahinter verbirgt sich eine bracktfreie linguale Einbogen-Straightwire-Therapie in Kombination mit abnehmbaren Alignern. Ziel ist nicht nur die Verkürzung, sondern auch die Vereinfachung der Behandlung, ohne die Effizienz und Präzision zu verringern. Abgerundet wird das Symposium – auf Wunsch der letztjährigen Teilnehmer – erneut durch einen Vortrag von Dr. Björn Ludwig zum Thema skelettale Verankerung, Aligner und mehr. Die modernen Verfahren müssen allerdings auch liquidierbar sein, und hier weist die neue GOZ in der Kieferorthopädie einige „Tiefen und Untiefen“ auf – wie man damit umgeht, stellt Dr. Mindermann für die Absicherung der Praxis vor.
 
Infos und Anmeldung: www.pfa-kfo.de
 
Für Rückfragen: Dr. Gundi Mindermann (1. Bundesvorsitzende des BDK) über Pressestelle: Birgit Dohlus/dental relations, Tel: 030 / 3082 4682 / info@zahndienst.de

 
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