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Pressemitteilung vom 04.04.2011 - "Offener Brief" des BDK an Gesundheitsminister Dr. Rösler

Presseinformation des BDK / Berufsverband der Deutschen Kieferorthopäden vom 4. April 2011
„Offener Brief“ des BDK an Gesundheitsminister Dr. Rösler
Inakzeptabler Referentenentwurf – Nachbesserung im Bereich Kieferorthopädie verlangt

Der vom Bundesgesundheitsministerium vorgelegte sogenannte „Referentenentwurf“ zur Änderung der Gebührenordnung der Zahnärzte (GOZ) wird vom Berufsverband der Deutschen Kieferorthopäden (BDK) strikt abgelehnt, das betont erneut die 1. Bundesvorsitzende des BDK, Dr. Gundi Mindermann. Der Protest der Kieferorthopäden erstrecke sich von der Basis bis zur Wissenschaft. Dabei gehe es nicht einmal ausschließlich um die nicht erfolgte Anpassung der Gebührenordnung: In vielen persönlichen Gesprächen mit Gesundheitspolitikern von Minister Dr. Rösler über seine Staatssekretäre, darunter nicht zuletzt Daniel Bahr (FDP), bis zu Landesministerien und weiteren Organisationen habe der BDK beispielsweise den Abbau der Bürokratie in den Praxen eingefordert, und es wurden einvernehmliche Positionen erreicht. Der vorgelegte Referentenentwurf sehe jedoch das Gegenteil vor und werde die Bürokratie noch weiter ausweiten. Eine Hürde sei auch mit Blick auf moderne Behandlungsverfahren errichtet worden. Dr. Mindermann: „Die Erbringung höherwertiger Leistungen ist im Referentenentwurf durch neue Bürokratismen quasi verunmöglicht worden!“ Schon heute sei die immer komplizierter werdende Gebührenvereinbarung und Abrechnung für viele Praxen eine größere organisatorische Herausforderung als die ärztliche Tätigkeit selbst: „Die Bürokratie verlangt nicht selten den gleichen Zeitaufwand wie die Zuwendung zum Patienten und absorbiert damit die zur Verfügung stehende Zeit für die Behandlung.“
Werde aus dem Referentenentwurf ohne vorherige Aufarbeitung der KFO-Positionen eine geltende GOZ, sei mit einer lang anhaltenden Klagewelle des Ablehnungsmanagements der Versicherungswirtschaft zur Klärung der neu geschaffenen Rechtsgrundlagen zu rechnen.  Dr. Mindermann: „Und während die Zahnärzte unter dem Strich mit 6 % Honorarzuwachs rechnen dürfen, hat sich im Bereich der Kieferorthopädie nicht nur nichts bewegt: Nicht einmal eine Inflationsanpassung nach einem Vierteljahrhundert ist angedacht.“
Es sei für die Kieferorthopäden kein Trostpflaster, dass der Berufsstand das Versprechen erhalten habe, dass eine Öffnungsklausel nicht vorgesehen sei. Dr. Mindermann: „Wir haben, und da bitten wir Sie um Verständnis, von Versprechungen der Politik genug gehört, um den Glauben an sie wieder zurück zu gewinnen. Was wir sehen, ist: Dieser Referentenentwurf ist eine Missachtung der Leistungen unseres Berufsstandes in Wissenschaft und Praxis. Dazu haben die deutschen Kieferorthopäden nur eine Antwort: Wir lehnen diesen Referentenentwurf entschieden ab.“

BU-Vorschlag Mindermann:
Dr. Gundi Mindermann, BDK-Vorsitzende: „Wir Kieferorthopäden lehnen diesen Referentenentwurf komplett ab.“
Für Rückfragen der Medien:
Dr. Gundi Mindermann (1. Bundesvorsitzende des BDK)
über Pressestelle: Birgit Dohlus/dental relations, Tel: 030 / 3082 4682 / info@zahndienst.de

 
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