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Pressemitteilung zum GOZ-Referentenentwurf

Presseinformation des BDK / Berufsverband der Deutschen Kieferorthopäden vom 30. März 2011
Referentenentwurf zur GOZ-Novellierung
BDK: Wissenschaftliche Kieferorthopädie düpiert

Der seit langem mit Spannung erwartete Referentenentwurf zur Novellierung der privaten Gebührenordnung (GOZ) wurde jetzt vom BMG vorgelegt. Dr. Gundi Mindermann, 1. Bundesvorsitzende des Berufsverbandes der Deutschen Kieferorthopäden/BDK: „Die Enttäuschung über den Referentenentwurf ist groß in der Zahnärzteschaft – noch größer ist sie bei den Kieferorthopäden, die erneut im Gegensatz zu den Zahnärzten nicht einmal die geringsten Verbesserungen erwarten können.“ Der nun vorgelegte Referentenentwurf sei zudem ein Schlag gegen den Fortschritt in der Kieferorthopädie: „In der Phase der Erarbeitung der Novellierung der GOZ hat sich unsere wissenschaftliche Fachgesellschaft DGKFO mit viel Einsatz für die Implementierung einer präventions- und qualitätsorientierten Kieferorthopädie in der neuen GOZ eingesetzt. Auf eben diese wissenschaftlich untermauerten Argumente wurde viel Wert gelegt. Was wir jetzt aber sehen: Sie haben niemanden wirklich interessiert. Die fachliche Kieferorthopädie wurde düpiert.
Die wissenschaftlichen Grundlagen für eine präventions- und qualitätsorientierte Kieferorthopädie sind in diesem Referentenentwurf nicht abgebildet.“ Damit sei die Forderung der Kieferorthopäden nach einer Würdigung der Weiterentwicklung des Fachgebietes in den
vergangenen zwanzig Jahren vom Tisch gewischt. Ein weiterer Aspekt belege, dass das oft geforderte Präventionsziel reine Politikfloskel sei: „Die relative Abwertung der Kieferorthopädie gegenüber restaurativen Leistungen entspricht keineswegs der geforderten Stärkung des Präventionsgedankens.“
Die private Gebührenordnung sei keineswegs allein ein Thema für die vergleichsweise wenigen Privatpatienten: „Auch die gesetzlich versicherten Patienten können ihre Behandlung wählen und sich für Privatleistungen entscheiden. Die Auswirkungen des vorgelegten unzureichenden Referentenentwurfs betreffen also viele Millionen Patienten. Er wird der Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft der deutschen Zahnärzte und insbesondere der deutschen Kieferorthopäden nicht gerecht – und auch nicht der modernen Kieferorthopädie, die wir den Patienten bereitstellen könnten,“ so Dr. Mindermann.
Dabei sei dieser Referentenentwurf der Bundesregierung bisher nur ein Entwurf: Ehe seine Inhalte in Kraft treten, müssen sie den Bundesrat passieren, und in diesem haben sich die Mehrheitsverhältnisse der vertretenen Parteien nach den zurückliegenden Wahlen weiter verschoben. Dr. Mindermann: „Wir können heute nicht absehen, welches Gewicht in dieser Konstellation ein Referentenentwurf der Regierungskoalition hat und welche Folgen eine Ablehnung durch den Bundesrat bedeuten würde.“ Für die Zahnärzte und  Kieferorthopäden in den Praxen bedeute dies, dass sie nicht nur 23 Jahre warten mussten, ehe es endlich zu den seit 1988 für „bald“ versprochenen Anpassungen kam. Sie hatten zwischenzeitlich dramatische Leistungsabwertungen hinnehmen müssen, klare Drohungen sowie leere Versprechen der Politik und seither mit fachlich überholten Gebührenpositionen arbeiten müssen. Dr. Mindermann: „Die Zahnärzte und Kieferorthopäden stehen heute an einem Punkt, an dem die Zukunftsplanung vor allem für die jungen Kolleginnen und Kollegen gänzlich in der Luft hängt. Die Politikverdrossenheit im Berufsstand und der Vertrauensverlust in den Gesetzgeber ist mittlerweile erheblich – welche Konsequenzen zumindest wir in der Kieferorthopädie daraus ziehen werden, wird sich zeigen.“
Für Rückfragen:
Dr. Gundi Mindermann (1. Bundesvorsitzende des BDK)
über Pressestelle: Birgit Dohlus/dental relations, Tel: 030 / 3082 4682 / info@zahndienst.de

 
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