Detail

Mittelkürzung zwingt viele Kieferorthopäden zur Rückgabe der Zulassung

Kieferorthopäden kündigen den Krankenkassen


Mittelkürzung zwingt viele Kieferorthopäden zur Rückgabe der Zulassung


Berlin, 03. Mai 2004    
Mit dem Verzicht auf die Zulassung reagieren immer mehr Kieferorthopäden auf die massiven Kürzungen der gesetzlichen Krankenkassen. Allein in Niedersachsen haben ca. 48 von über 200 Spezialisten ihre Zulassung zurückgegeben. Auch in anderen Bundesländern haben Kieferorthopäden begonnen, den Krankenkassen zu kündigen. Aber alle Patienten können zum Kassensatz weiter behandelt werden. Sie müssen lediglich ihre Rechnungen bei der Kasse einreichen und diese muss dann die Kosten erstatten.

„Das ist keine Protest-Aktion des Berufsverbandes der Deutschen Kieferorthopäden (BDK),” meint BDK-Vorsitzender Eugen Dawirs dazu. „Die betroffenen Kollegen müssen aus wirtschaftlichen Gründen so entscheiden. Denn für eine vierjährige Behandlung brauchen sie Planungssicherheit. Wenn jetzt einzelne Kollegen meinen, diese Sicherheit sei von den Kassen nicht mehr gewährleistet, kann ich das gut nachvollziehen. Kein Kieferorthopäde würde die Zulassung zurückgeben, wenn die Patienten die Kostenerstattung wählen könnten,“ so Dawirs.

Hintergrund der Kündigungswelle ist eine bis zu 40%ige Mittelkürzung im Bereich der Kieferorthopädie. Die damit verbundene Verknappung der Behandlungsplätze führt zu Wartelisten bei den Patienten. Einen Ausweg bietet hier die Kostenerstattung. Die Krankenkassen wollen dies jedoch verhindern, indem sie die Versicherten zwingen, nicht nur für die Kieferorthopädie, sondern für alle ärztlichen Behandlungen die Kostenerstattung anzuwenden.

„Reine Schikane,” meint Eugen Dawirs, „obwohl die Kostenerstattung vom Gesetz vorgesehen ist, machen sie die Krankenkassen jetzt zu einer Machtfrage.” Bisher konnten die Zahlungen an die Ärzte einfach gekürzt werden, ohne das der Versicherte davon erfuhr. Mit der Kostenerstattung weiß der Versicherte, was er für seine Beiträge bekommt und die Kassen werden wieder auf ihre eigentliche Aufgabe reduziert – nämlich im Krankheitsfall dem Versicherten die Kosten zu erstatten. „Genau diese Transparenz wollen die Kassen offensichtlich verhindern und scheuen sich nicht, die Auseinandersetzung darüber sogar auf dem Rücken der Kinder auszutragen.”

Besonders im Visier sind die Kieferorthopäden, da diese ihren Patienten eindringlich die Kostenerstattung empfehlen, wie sie vom Gesetzgeber vorgesehen ist. Die Vorteile der Kostenerstattung für die Patienten sind gerade in diesem Bereich besonders deutlich. Ermöglicht sie doch in vielen Fällen eine adäquate, schonende und schnelle Behandlung der Kinder auf hohem Qualitätsniveau.

Der Berufsverband der Deutschen Kieferorthopäden (BDK) ist die Interessenvertretung der deutschen Fachzahnärzte für Kieferorthopädie. Seine rund 2500 Mitglieder stellen eine hochwertige, qualitätsorientierte Versorgung der Bevölkerung sicher. Gut 90 Prozent aller niedergelassenen Kieferorthopäden sind im BDK organisiert. Der Verband vertritt die fachlichen und berufspolitischen Interessen der deutschen Kieferorthopäden gegenüber Politik, gesetzlichen und privaten Kassenverbänden, Körperschaften, Behörden sowie anderen staatlichen und privaten Organisationen.

 

 
Seite drucken
Beitrag senden
Zurück