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Kieferorthopäden kämpfen weiter für Systemmodernisierung

Kieferorthopäden kämpfen weiter für Systemmodernisierung

Berlin, 4. Juni 2004 Wenn es eines Beweises bedurft hätte, dass es sich um keine Geld- sondern um eine Systemfrage in der Kieferorthopädie handelt, dann hat ihn das Gesundheitssystem selbst geliefert. „Mit der Übertragung des so genannten Sicherstellungsauftrages von der Kassenzahnärztlichen Vereinigung auf die Krankenkassen wird das Problem mitnichten gelöst,“ so Eugen Dawirs, Bundesvorsitzender des Berufsverbandes der Deutschen Kieferorthopäden (BDK). „Nur die Kieferorthopäden können die Behandlung sicherstellen. Und sie stehen zu ihrem Wort: alle Patienten werden weiterbehandelt – auch ohne Kassenzulassung zu Kassensätzen,“ so Dawirs weiter.

Es ist also eine unverantwortliche Verunsicherung der Patienten, wenn ihnen vorgegaukelt wird, dass sie Mehrkosten hätten und zur Weiterbehandlung in andere Praxen müssten. Diese Panikmache entbehrt jeglicher Grundlage.

Wenn die Ministerin von Erpressung des Staates durch die Kieferorthopäden spricht, muss sie sich fragen lassen, warum es in einem Rechtsstaat nicht möglich sein darf, ein marodes System freiwillig zu verlassen? Und warum das Sozialgesetzbuch den Arzt als innovativen Systemkritiker „bestraft“, indem es ihm sechs Jahre die Rückkehr in ein System verweigert, das er freiwillig verlassen hat? Und ihm obendrein einen niedrigeren Gebührensatz außerhalb des Systems vorschreiben will? „Wer erpresst hier eigentlich wen?“ fragt der BDK-Vorsitzende, „Man soll offenbar gezwungen werden, im System zu bleiben.“

Es bewahrheitet sich zunehmend, dass es um die Systemfrage zwischen Chipkarte oder Kostenerstattung geht. „Warum ist die Kostenerstattung so übel, wenn sie doch im Gesetz angeboten wird? Und warum muss der Bürger, die Kostenerstattung bei allen Ärzten wählen, wenn die isolierte Wahl die Lösung des Problems wäre?“ fragt Dawirs. Die Antwort ist offensichtlich: Kostenerstattung ja – aber nicht wirklich.

Der Berufsverband der Deutschen Kieferorthopäden (BDK) ist die Interessenvertretung der deutschen Fachzahnärzte für Kieferorthopädie. Seine rund 2500 Mitglieder stellen eine hochwertige, qualitätsorientierte Versorgung der Bevölkerung sicher. Gut 90 Prozent aller niedergelassenen Kieferorthopäden sind im BDK organisiert. Der Verband vertritt die fachlichen und berufspolitischen Interessen der deutschen Kieferorthopäden gegenüber Politik, gesetzlichen und privaten Kassenverbänden, Körperschaften, Behörden sowie anderen stattlichen und privaten Organisationen.

 
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