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HOK bekräftigt und verabschiedet

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG), d.h. der Verordnungsgeber, und die Bundeszahnärztekammer ist mit dem einstimmigen Beschluss (ohne Enthaltungen) des Gesamtvorstandes des Berufsverbandes der Deutschen Kieferorthopäden e.V. (BDK) nochmals ausdrücklich darauf hingewiesen worden, dass die vorliegende Honorarordnung für Kieferorthopäden, HOK, die 

• vorrangige Präventionsorientierung,
• die Interessen der Patienten, speziell der jungen Familien
• Qualität und Patientenschutz ebenso wiederspiegelt 
  wie gerade die hochwertigen, qualifizierten Hilfeleistungen
• erbracht durch die Fachzahnärzte für Kieferorthopädie
• mittels sorgfältigster Diagnostik sowie
• gewebsschonenden Behandlungen
• unter zeitgemäßer Herangehensweise mit modernen Geräten und Laborverfahren.


Berlin, 03.03.07. Das Verzeichnis kieferorthopädischer Hilfeleistungen ist durch die Deutsche Gesellschaft für Kieferorthopädie e.V. (DGKFO) wissenschaftlich abgesichert und basiert auf der Neubeschreibung einer präventionsorientierten Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, umgesetzt als gemeinsame Aufgabe mit der Bundeszahnärztekammer.

Ausgehend von einer subtilen umfassenden Diagnostik sind die wissenschaftlich fundierten Methoden und Maßnahmen der gesamten Kieferorthopädie unter dem Schwerpunkt der Präventionsorientierung erfasst.

Frau Dr. Mindermann, 1. Vorsitzende des BDK hatte unter dem Beifall der Deligierten zur Bundesversammlung bei Ihrer Antwort auf die zahnarztlastige KFO in der HOZ durch die BZÄK bereits dargelegt: 

Zahnärztliche, durchaus mit gutem Willen verfasste, Leistungsbeschreibungen sind für ein fachzahnärztlich umzusetzendes Leistungsverzeichnis naturgemäß „ nicht in Stein gemeißelt“! Sie entspringen vielmehr subjektiv-zahnärztlicher Betrachtung eines komplexen und unter qualitäts- und patientenschutz-Aspekten überwiegend von hochspezialisierten Fachzahnärzten nach 4 jähriger Weiterbildung auszuübendes Spektrum an Diagnostik und Therapie.


Wie versteht sich die Gebührenbemessung.
Die Fachzahnärzte für Kieferorthopädie konnten sich insoweit den Vorgaben der Bundeszahnärztekammer (BZÄK)
mit dem Modell einer „Durchschnittspraxis“ laut Prognos-Studie anschließen.
Der mittlere Minutenhonorarsatz von 3,38 Euro ( 203 €/Stunde) einer Praxis in Deutschland geht dabei aus von
• 1 Behandler, 2 080 Stunden pro Jahr
• 115 000 Euro kalkulatorischer Unternehmerlohn
Basis: Arbeitsverträge leitender Oberärzte in Klinik/Krankenhaus

• 2,5 Angestellte plus 1 Auszubildende/r
• Personalkosten 88 000 Euro pro Jahr

• 112 m2 Praxis Durchschnittsgröße, Standardausstattung
• 2 Behandlungszimmer
• Raumkosten 18 000 Euro pro Jahr

• Materialkosten 15 000 Euro pro Jahr
• Übrige Kosten 40 000 Euro pro Jahr

Den praxisspezifischen Minuten-Honoraransatz ermittelt jede Praxis nach ihren betriebswirtschaftlichen Eckpunkten.
(Laborkosten bleiben als durchlaufende Posten unberücksichtigt) um festzustellen, wie weit man von der „3,38-Euro-Praxis“ abweichen muss.

Mittels Multiplikation der 3,38 Euro mit den ermittelten Zeiten der Leistungen gemäß „Expertenrating“, BDK-/IUK-Studien jeweils unter Begleitung und Bestätigung durch die DGKFO, dem „Handbuch Zahnheilkunde“der LZK Nordrhein ergeben sich die Honorarwerte der Einzelleistungen.

Einzelfall- und patientenbezogene Gegebenheiten:
Die ausgewiesenen „Zeiten“ geben allerdings nicht den Zeitaufwand für einen konkreten Patienten wieder.
Der von Prognos vorgelegte Honoraransatz beschreibt einen betriebswirtschaftlichen Basiswert. Durch das Zahnheilkundegesetz ist ein ,Gebührenrahmen' bestimmt. Er muss im Einzelfall so bemessen sein, dass bei vor Behandlungsbeginn nicht vorhersehbarem Mehraufwand oder erhöhter Schwierigkeit eine aufwandsgerechte Honorierung durch die Nutzung des Gebührenrahmens ermöglicht wird.

Patientenindividuelle Honorarwerte ergeben sich also aus den Umständen, der Schwierigkeit und dem Zeitaufwand der einzelnen Therapieschritte unter Berücksichtigung der jeweiligen Praxisstruktur.

Auch die HOK ist keine ,Verhandlungsgrundlage’ sondern die fachlich unbestrittene Vorlage der deutschen Kieferorthopäden zur Novellierung der GOZ 1988. Die Gesamtvorstand des BDK fordert den Verordnungsgeber und die Bundeszahnärztekammer auf, diese Vorgaben zur als Grundlage in den Referenten-Entwurf einer GOZ-Novellierung einzubringen.. Mit der HOK wird die Kieferorthopädie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene transparent beschrieben nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft auf international anerkanntem Niveau.

Gesamtvorstand des BDK Berufsverband der Deutschen Kieferorthopäden e.V. (BDK) Dr. Gundi Mindermann, Niedersachsen, brachte für den Bereich „KFO“ ebenso wertvolle Änderungen ein wie Dr. Alois Schneck, München, für den Bereich „Funktionsanalytische und -therapeutische Leistungen“, deren Einarbeitung seitens des BZÄK-Vorstands auf der Versammlung zugesagt wurde.

 
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