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BDK feiert Jubiläum in Berlin

Presseinformation des BDK / Berufsverband der Deutschen Kieferorthopäden vom 19. Juni 2007 - KURZVERSION –

40 Jahre - auch politisch - im Einsatz für gesunde, gerade Zähne:
BDK feiert Jubiläum in Berlin

Die Gründung des Berufsverbandes der Deutschen Kieferorthopäden am 7. Mai 1967
vor 40 Jahren in Freudenstadt war Endpunkt zahlreicher Diskussionen im zahnärztlichen
Berufsstand. Dr. Gundi Mindermann, 1. Bundesvorsitzende des BDK bei der Pressekonferenz
aus Anlass des Verbandsjubiläums am 19. Juni 2007 in Berlin: „Wenn wir qualitativ
hochwertige Kieferorthopädie, wie sie die Wissenschaft uns vorlegt, auch an die Patienten
weiter tragen sollen, brauchten wir damals und brauchen wir heute auch entsprechende
Rahmenbedingungen. Sich hierfür zu engagieren war und ist Hauptaufgabe unseres
Berufsverbandes. Der BDK ist eine manchmal unbequeme, aber starke Stimme im
Berufsstand, und das Jubiläum ein großartiger Anlass, sich bei allen engagierten Kolleginnen
und Kollegen für ihre Unterstützung zu bedanken.“ Aktuell gibt es rund 3000
Kieferorthopäden in Deutschland, davon sind mehr als 2500 im BDK organisiert.
Politische Arbeit – für den Berufsstand und für hohe Qualität in der Patientenversorgung
„Das Jubiläum schlägt, und ich möchte sagen: leider eine berufspolitische Brücke zu den
Gründungszeiten“, so Dr. Gundi Mindermann, „denn der Berufsverband entstand, weil die
Kieferorthopäden vor 40 Jahren von den Honorarverhandlungen mit den Krankenkassen
durch die Zahnärzte ausgeschlossen wurden. Der BDK forderte ein Mitspracherecht zu den
die Kieferorthopädie betreffenden Behandlungspositionen, er wurde gehört und erreichte eine
Änderung - eine Ausgangslage, die an jünger zurückliegende und aktuelle Diskussionen
erinnert.“ Derzeit steht – erstmals seit rund 20 Jahren – eine Überarbeitung der
privatzahnärztlichen Gebührenordnung an; auch hier hat es in der Entwicklungsphase
deutliche Differenzen zwischen den Kieferorthopäden und den zahnärztlichen
Dachorganisationen gegeben. Zwischenzeitlich haben sich die beteiligten Seiten in vielen
Gesprächen angenähert.

Wenn zahnärztliche Abrechnungspositionen höher bewertet würden als diejenigen der
Kieferorthopäden, trägt dies nach Auffassung des BDK dem Präventionscharakter der
kieferorthopädischen Behandlung nicht Rechnung. „In der Kieferorthopädie an sich wird aber
nicht wirklich gespart, sondern die Kosten werden nur verlagert, und zwar auf die Patienten
bzw. auf die Eltern der bei uns behandelten Kinder“, ein Punkt, der Dr. Mindermann
besonders ärgert. „Wenn wir in einem Alter, in dem es unproblematisch ist, ungünstig
stehende oder schief gewachsene Zähne zu richten, nicht aktiv werden können, muss der
Aufwand später als Eigenleistung von den Eltern bzw. dem erwachsen gewordenen Kind
selbst bezahlt werden. Die in Deutschland praktizierte Kieferorthopädie muss auch weiterhin
in der Lage sein, den hohen Standard für die Versorgung der Patienten zu gewährleisten.
Deutschland darf sich nicht von internationalen Behandlungsstandards wegbewegen.“
Kieferorthopädie in den Praxen: Was aus der „Spange“ geworden ist
Während die Kinder und Jugendlichen früher oft „verdrahtet“ wirkten, sind heute – je nach
Ausgangslage – enorme Möglichkeiten gegeben, Zähne auf biologische Weise an den
richtigen Platz zu verschieben: „Wir geben den fehlstehenden Zähnen eine Richtung vor und
unterstützen diese Wanderung nachhaltig mit dieser oder jener Technik“, so Dr. Mindermann.
Zwar gibt es auch heute noch viele Zahnstellungen und Gründe, eine „ lose Spange“
(landläufig für herausnehmbares kieferorthopädisches Gerät) zu verordnen – durchgesetzt hat
sich aber vor allem das Bracket-Verfahren: Hier werden kleine Haltehaken auf die Zähne
geklebt, durch die der spezielle Spanndraht verläuft, der die eigentliche Kraft ausübt. Brackets
gibt es inzwischen auch aus zahnfarbener Keramik, und sie können – bei älteren Patienten –
zudem unsichtbar im Mundinneren gesetzt werden. Neu in der Erwachsenentherapie sind fast
unsichtbare Schienen, die die Zähne an ihre gewünschte Position drücken und dort halten.
Vielfältige Entwicklungen in Wissenschaft und Technik machen die Kieferorthopädie heute
zu einem fachlichen Partner vieler weiterer Disziplinen nicht nur in der Zahnheilkunde – so
kann eine Zahnverschiebung manchmal einen Lückenschluß ermöglichen und eine
Implantation vermeiden. Eine regel-gerechte Zahnstellung ist zur Verbesserung der Nasen-
Atmung, auch zur Vermeidung von Kiefergelenkstörungen sowie durch solche
Fehlbelastungen ausgelöste chronische Kopfschmerzen oder auch Tinnitus notwendig.

Die Patienten werden älter
„Während wir früher vor allem für die Kinder da waren, kommen heute immer öfter auch
deren Eltern oder junge Erwachsene, die ihre Zähne nicht abschleifen lassen und mit
Zahnersatz korrigiert haben möchten, sondern in ästhetischer Weise naturgerecht
verschoben.“ Nach wie vor stellen die Kinder und Jugendlichen die Mehrheit der Besucher in
den kieferorthopädischen Praxen in Deutschland: „Sicher rund jedes dritte Kind kommt zu
uns zur Behandlung – deshalb sind viele Wartezimmer auch wie kleine Spielzimmer
eingerichtet“, so Dr. Mindermann, „aber immer mehr Kollegen haben auch schon besondere
Bereiche oder eigenen Sprechzeiten für unsere erwachsenen Patienten eingeführt, diese
Personengruppe macht ganz eindeutig einen rasant wachsenden Anteil an allen Patienten
aus.“

Der bevorstehende Kongress in Berlin
Vom 20. bis 24. Juni 2007 findet die internationale Kieferorthopäden-Tagung in Berlin im
Haus des Kammermusiksaales statt. Dabei feiert die EOS / European Orthodontic Society ihr
100-jähriges Jubiläum am Ort der damaligen Gründung, Berlin. Die DGKFO,
wissenschaftliche Dachgesellschaft der deutschen Kieferorthopädie, wird in diesem Jahr 99,
und der Berufsverband der Deutschen Kieferorthopäden, der BDK, kann auf runde 40 Jahre
aktiven Einsatz für die Kieferorthopäden zurückschauen. Dr. Mindermann: „Wir feiern im kleinen Rahmen, 
denn wir sind mit dem Auftrag, für den Berufsstand zu arbeiten, gegründet worden, und das machen wir 
beim 40. Geburtstag nicht anders als damals. Es gibt viel zu tun, packen wir es gemeinsam an.“

Für Rückfragen:
Dr. Gundi Mindermann über BDK-Geschäftsstelle, Tel.: 030 / 27 59 48 43
Birgit Dohlus, dental relations, Tel: 030 / 3082 4682, eMail: info@zahndienst.de

 
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